Konzept bewährte sich: Friedliche Mai-Party in Bakum

2.000 junge Menschen feierten auf der Wiese am Weberhaus
Der Mai ist gekommen! Rund 2000 junge Leute haben am Mittwoch den Wonnemonat mit der größten Open-Air-Party auf der Wiese am Weberhaus in Bakum empfangen. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen geriet das Event zu einem vollen Erfolg: ein Hauch von Woodstock im Grönegau.
Im Einsatz: Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes am Behandlungsplatz unweit des Weberhauses. Foto: Stadt Melle
Im Einsatz: Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes am Behandlungsplatz unweit des Weberhauses. Foto: Stadt Melle

„Wir freuen uns, dass die Veranstaltung im Großen und Ganzen friedlich verlaufen ist“, sagte der Erste Stadtrat Andreas Dreier am Donnerstag. Sein Dank galt den Einsatzkräften der Polizei, des Deutschen Roten Kreuzes und der Feuerwehr sowie den Mitarbeitern des Caritasverbandes, des Diakonischen Werkes und eines privaten Sicherheitsdienstes sowie den Mitgliedern der Landjugend Oldendorf und Stadtjugendpflegerin Tanja Werges für ihre engagierte Arbeit. Andreas Dreier wörtlich: „Alle Beteiligten arbeiteten spürbar Hand in Hand. Das in den letzten Jahren mit allen Beteiligten abgestimmte Konzept hat sich bewährt – und jetzt freuen wir uns auf weitere schöne Mai-Feiern in Bakum.“

Treffpunkt der Jugend: bis zu 2.000 junge Menschen fanden sich zur großen Open-Air-Party auf der Wiese am Weberhaus ein. Foto: Stadt Melle
Treffpunkt der Jugend: bis zu 2.000 junge Menschen fanden sich zur großen Open-Air-Party auf der Wiese am Weberhaus ein. Foto: Stadt Melle

Aus Sicht der Landjugend Oldendorf sei die 1.-Mai-Party als ein voller Erfolg zu bezeichnen, sagte deren Sprecher Mirko Zinn. Das Wetter habe mitgespielt „und die Stimmung war ausgelassen“. Zu Spitzenzeiten hätten sich bis zu 2000 partyhungrige Personen auf dem Gelände befunden, die teilweise weite Anreisen auf sich genommen hatten, um bei diesem Event dabei zu sein. Die Veranstaltung sei verlief friedlich und ohne größere Auseinandersetzungen verlaufen. Allerdings: „Leider ist die Menge der Hinterlassenschaften – sprich Abfälle – wie auch in den Vorjahren enorm groß gewesen.“

Auch die Bilanz von Kriminaloberrat Wilhelm Völler fiel positiv aus: „Obwohl erneut reichlich Alkohol floss, war die Grundstimmung insgesamt friedlicher als bei der Mai-Party im vergangenen Jahr.“ Mit zunehmender Trunkenheit sei es dann zu den üblichen Reibereien gekommen, die in den meisten Fällen durch schnelles Einschreiten der insgesamt 18 eingesetzten Polizeibeamten und weiterer Kräfte des privaten Sicherheitsdienstes hätten geschlichtet werden können, sagte der Leiter des Polizeikommissariates Melle weiter. Trotzdem sei es in vier Fällen zu einer einfachen und in einem Fall zu einer gefährlichen Körperverletzung gekommen – fünf Vorfälle, die zu einer Anzeige führten. Darüber hinaus seien „sieben unbelehrbare Streithähne“ des Platzes verwiesen worden. Einer davon habe dem Gewahrsam zugeführt werden müssen.

Im Gespräch: der Erste Stadtrat Andreas Dreier, Stadtjugendpflegerin Tanja Werges und der Leiter des Polizeikommissariates Melle, Wilhelm Völler (von links). Foto: Stadt Melle
Im Gespräch: der Erste Stadtrat Andreas Dreier, Stadtjugendpflegerin Tanja Werges und der Leiter des Polizeikommissariates Melle, Wilhelm Völler (von links). Foto: Stadt Melle

„Wir verfügen mittlerweile über ein sehr tragfähiges Sicherheitskonzept für diese Veranstaltung, das einen reibungslosen und sicheren Verlauf für alle Besucher gewährleistet“, stellte der Zugführer des DRK-Kreisverbandes Melle, Philip Hergt, fest. Seinen Angaben zufolge war das Deutsche Rote Kreuz an diesem Tag mit insgesamt 74 Kräften im Einsatz, die zum einen aus dem Kreisverband Melle, zum anderen aus benachbarten und befreundeten DRK-Verbänden stammten. Auch die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge wurde den Anforderungen gerecht – von einem Einsatzleitwagen, einem Kommandowagen und drei Mannschaftstarnsportfahrzeugen über vier Gerätewagen, drei Rettungswagen und sieben Krankentransportwagen bis hin zu drei Anhängern, auf denen sich spezielle Rettungs- und Versorgungsgeräte befanden.

In unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes richteten die Rotkreuzler einen Behandlungsplatz mit drei Versorgungszelten ein. Des Weiteren stand das DRK-Zentrum an der Bismarckstraße in Melle-Mitte als Betreuungszentrum zur Verfügung . Dort war zudem das Kreisauskunftsbüro eingerichtet, das über eine eigene Info-Hotline verfügte. Bis zum Ende der Veranstaltung registrierte das DRK 15 Transporte in umliegende Krankenhäuser. „Die Betroffenen mussten unter anderem alkoholbedingt in die genannten Kliniken eingeliefert werden und wiesen teilweise ernste chirurgische Begleitverletzungen auf“, erläuterte Philip Hergt. Darüber hinaus habe es 14 Transporte zum Betreuungszentrum an der Bismarckstraße gegeben. Doch damit nicht genug: „Mehrfach wurde der Sanitätsdienst auch von der Leitstelle zur Unterstützung des Regelrettungsdienstes angefordert“, berichtete der Zugführer. Insgesamt seien im Laufe des Tages vor Ort 56 medizinische Versorgungen mit Behandlung, zusätzlich 46 einfache Behandlungen durchgeführt worden.

Beliebter Treffpunkt am 1. Mai: die Wiese am Weberhaus in Bakum. Foto: Stadt Melle
Beliebter Treffpunkt am 1. Mai: die Wiese am Weberhaus in Bakum.
Foto: Stadt Melle

Nach dem Einsatzende um 22.18 Uhr stand für Philip Hergt fest: „Die Zahlen aus 2012 wurden gehalten, in Teilbereichen sogar überschritten.“ Als auffällig bezeichnete der Experte die Tatsache, dass einige Patienten „teilweise deutlich minderjährig waren“. Im Kreis der Einsatzkräfte habe eine sehr gute Stimmung geherrscht. Alle Beteiligten hätten professionelle Arbeit geleistet – und das alles ehrenamtlich! Was besonders bedauerlich stimmt: Es kam laut Hergt zu kleineren Übergriffen von Party-Teilnehmern auf Rotkreuzler.

Als weiteres Problem nannte der DRK-Vertreter die Zuwegung zum Gelände, die trotz eines absoluten Halteverbotes am Straßenrand durch Privatfahrzeuge blockiert werde und so einen reibungslosen Patiententransport deutlich erschwere.

Auch in diesem Jahr erhielten die jungen Partyteilnehmer am Stand des Diakonischen Werkes die Möglichkeit, ihren Promillegehalt mittels eines Alkoholtesters zu ermitteln. „So war der eine oder andere Partygast doch sehr erstaunt, wie hoch sein Promillegehalt bereits zur Mittagszeit lag“, resümierte Anton Just, Sozialarbeiter und Sozialpädagoge beim Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück. In Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk und dem Caritasverband hätten die Teilnehmer dann erst einmal ein Wasser zu sich nehmen und im Anschluss weiterfeiern können. „Insgesamt ist uns bei unserer Aktion aufgefallen, dass die Jugendlichen im Gegensatz zum letzten Jahr deutlich weniger alkoholisiert waren, was sich auch in den anderen Teilen der Veranstaltung widerspiegelte“, so Anton Just.

Auch in diesem Jahr war der Caritasverband wieder mit seiner Wasserbar  vor Ort am Weberhaus vertreten, um durch das Verteilen von 500 Wasserflaschen ein Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu setzen. Das Angebot zeigte, dass mit der Ausgabe von Wasser eine gute Möglichkeit geschaffen wird, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Die Jugendlichen nahmen das Angebot gerne an und befürworteten erneut die Aktionen. Insgesamt wurde die gute Stimmung am Stand wie auf der gesamten Wiese deutlich.

Bei den Rettungszelten an der Wiese wurde der Kontakt  zu den Freunden der behandelten Jugendlichen ebenfalls gesucht. Sie konnten sich im Gespräch mit unseren Präventionsfachkräften entlasten, sich Rat und Unterstützung holen. Die Betreuung war auch dort dringend notwendig, weil die Jugendlichen mit der Situation der hochalkoholisierten Freunde in der Regel überfordert sind. Sie wurden im Gespräch in Ihrem Verantwortungsbewusstsein bestärkt, das sie mit ihrem Kümmern zeigten.

„Durch die gute und enge Vernetzung unserer Fachkräfte mit dem DRK konnten im DRK-Zentrum und im Christlichen Klinikum Melle sowohl Elterngespräche als auch Brückengespräche mit den Jugendlichen geführt und weiter vereinbart werden, um die aus dem Ruder geratene Situation nüchtern im Nachgang aufzuarbeiten“, hob Sandra Kolmer, Präventionsfachkraft von HaLT Hart am Limit, hervor. Insgesamt seien dort  sieben Gespräche  mit  Jugendlichen und Eltern geführt worden, so Conrad Tönsing, Leiter des Geschäftsbereiches Suchtprävention und Rehabilitation bei der Caritas.  Auch dort habe es gute Rückmeldungen von Eltern gegeben, „die sich wieder dankbar über unser Angebot zeigten“.

Am Ende der Veranstaltung stellte der Ortsbrandmeister von Bakum heraus, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Melle, der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Caritasverband, dem Diakonischen Werk, der Feuerwehr und der Landjugend harmonisch und ohne Probleme verlaufen sei.

Gemeinsame Presseerklärung von Stadt Melle, Polizei und DRK.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.